Immobilie in Frankreich kaufen: Welche Vorteile bringt die Energieausweis-Reform 2026?

Energieausweis Immobilien Frankreich

Der Erwerb einer Immobilie in Frankreich bleibt für viele Käufer attraktiv – sei es als Ferienobjekt, Kapitalanlage oder zukünftiger Wohnsitz. Neben Lage, Kaufpreis und rechtlichen Rahmenbedingungen spielt die energetische Bewertung des Gebäudes eine zunehmend wichtige Rolle. Diese wird im französischen Energieausweis („Diagnostic de performance énergétique“ / DPE) dokumentiert.

Der Energieausweis ist insbesondere für Erwerber von zentraler Bedeutung, die ihre Immobilie vermieten möchten. Die energetisch schlechtesten Gebäude – sogenannte „passoires thermiques“ – sind bereits von der Vermietung ausgeschlossen, und für weitere Energieklassen wurden verbindliche Verbotsfristen festgelegt.

Seit dem 1. Januar 2026 hat sich die Berechnung des Energieausweises geändert. Dadurch werden bestimmte Immobilien, insbesondere mit elektrischer Heizung, günstiger bewertet. Für Käufer ergeben sich daraus konkrete Vorteile im Hinblick auf Vermietbarkeit, Sanierungsplanung und langfristige Investitionssicherheit.

Was ist der Energieausweis und warum ist er beim Immobilienkauf in Frankreich so wichtig?

Der französische Energieausweis ist ein verpflichtendes Dokument, das beim Verkauf oder bei der Vermietung einer Immobilie vorgelegt werden muss. Er wird von einem zertifizierten Diagnostiker erstellt und bewertet sowohl den Energieverbrauch des Gebäudes als auch die damit verbundenen Treibhausgasemissionen.

Das Ergebnis wird in Energieklassen von A (sehr hohe Energieeffizienz) bis G (sehr geringe Energieeffizienz) dargestellt.

Der Energieausweis beeinflusst unmittelbar die laufenden Energiekosten, den Renovierungsbedarf sowie die rechtliche Möglichkeit zur Vermietung. Darüber hinaus wirkt sich die Energieklasse direkt auf den Marktwert und den späteren Wiederverkaufswert aus.

Seit dem 1. Januar 2025 gilt ein umfassendes Vermietungsverbot für Immobilien der Klasse G. Für die Klasse F tritt dieses Verbot ab dem 1. Januar 2028 in Kraft, für die Klasse E ab dem 1. Januar 2034. Käufer sollten diese Fristen unbedingt in ihre Investitionsplanung einbeziehen.

Energieausweis-Reform 2026: Was hat sich konkret geändert?

Seit dem 1. Januar 2026 wurde der Umrechnungsfaktor für Strom im Energieausweis von 2,3 auf 1,9 gesenkt. Dadurch werden elektrisch beheizte Immobilien realistischer bewertet.

Vor der Reform wurden elektrisch beheizte Gebäude teilweise schlechter eingestuft als Gas- oder Ölheizungen – trotz geringerer CO₂-Emissionen. Diese Verzerrung wurde nun korrigiert.

Das Ergebnis ist eine realistischere Einstufung, häufig eine Verbesserung der Energieklasse ohne bauliche Maßnahmen sowie eine fairere Vergleichbarkeit verschiedener Heizsysteme.

Beispiel: Ein Haus mit elektrischer Heizung in Südfrankreich wurde im Energieausweis vom 15. November 2025 noch der Klasse E zugeordnet. Seit dem 1. Januar 2026 wird dieselbe Immobilie der Klasse D zugeordnet.

Diese Verbesserung bedeutet, dass weder ein aktuelles noch ein absehbares Vermietungsverbot besteht. Zudem entsteht kein unmittelbarer Sanierungszwang, der kurzfristig erhebliche Investitionen erforderlich machen würde. Gleichzeitig erhöht sich die Marktattraktivität der Immobilie deutlich, sowohl für Eigennutzer als auch für potenzielle Kapitalanleger.

Energetisches Audit: Transparenz beim Kauf energieineffizienter Immobilien

Beim Verkauf von Immobilien der Energieklassen E, F oder G ist zusätzlich zum Energieausweis ein energetisches Audit („Audit énergétique“) vorgeschrieben. Ab dem Jahr 2034 soll diese Verpflichtung voraussichtlich auch auf Immobilien der Klasse D ausgeweitet werden. Käufer sollten daher bereits heute berücksichtigen, dass sich die Anforderungen in den kommenden Jahren weiter verschärfen können.

Das energetische Audit wird von einem zertifizierten Diagnostiker erstellt und enthält konkrete Szenarien zur Verbesserung der Energieeffizienz. Es zeigt detailliert auf, welche Maßnahmen erforderlich sind, um das Gebäude energetisch aufzuwerten und eine bessere Energieklasse zu erreichen.

Für Käufer bedeutet dies eine transparente Einschätzung der zu erwartenden Modernisierungskosten sowie eine fundierte Grundlage für Kaufpreisverhandlungen. Gleichzeitig ermöglicht das Audit eine strategische Planung zukünftiger Investitionen, da notwendige und sinnvolle Renovierungsschritte klar strukturiert dargestellt werden.

MaPrimeRénov’: Staatliche Förderung für energetische Sanierung

Die energetische Modernisierung von Wohnimmobilien wird in Frankreich staatlich unterstützt. Ein zentrales Förderinstrument ist das Programm MaPrimeRénov’, das Eigentümer bei der Finanzierung von Renovierungsmaßnahmen entlasten soll.

Förderfähig sind z.B. Maßnahmen zur Wärmedämmung. Ziel ist es, den Energieverbrauch nachhaltig zu senken und die CO₂-Emissionen von Wohngebäuden zu reduzieren.

Wenn im Rahmen eines energetischen Audits konkrete Modernisierungsmaßnahmen empfohlen werden, können diese unter bestimmten Voraussetzungen durch staatliche Zuschüsse mitfinanziert werden. Dadurch verringert sich die finanzielle Belastung für den Eigentümer erheblich.

Fazit: Neue Chancen durch die Energieausweis-Reform

Die Reform des Energieausweises stellt einen klaren Vorteil für Käufer dar. Elektrisch beheizte Immobilien werden realistischer bewertet, viele Objekte gewinnen an Rechtssicherheit und Marktwert.

Planen Sie den Erwerb einer Immobilie in Frankreich?
Als Anwältin im französischen Immobilienrecht berate Sie persönlich und individuell für Ihres Erwerb einer Immobilien in Franreich.

Kontaktieren Sie mich jetzt für ein persönliches Beratungsgespräch.

FAQ – Immobilie in Frankreich kaufen: Welche Vorteile bringt die Energieausweis-Reform 2026?

Was hat sich seit dem 1. Januar 2026 konkret geändert?

Seit dem 1. Januar 2026 wurde der Umrechnungsfaktor für Strom im Energieausweis von 2,3 auf 1,9 gesenkt. Dadurch werden insbesondere Immobilien mit elektrischer Heizung energetisch günstiger eingestuft. In vielen Fällen verbessert sich die Energieklasse ohne bauliche Maßnahmen.

Warum ist der Energieausweis für Käufer so wichtig?

Der Energieausweis beeinflusst nicht nur die laufenden Energiekosten, sondern auch den Renovierungsbedarf, die rechtliche Vermietbarkeit sowie den Markt- und Wiederverkaufswert einer Immobilie. Er ist damit ein zentraler Faktor bei der Kaufentscheidung.

Welche Energieklassen sind von Vermietungsverboten betroffen?

Seit dem 1. Januar 2025 gilt ein Vermietungsverbot für Immobilien der Klasse G. Für die Klasse F tritt dieses Verbot ab dem 1. Januar 2028 in Kraft, für die Klasse E ab dem 1. Januar 2034. Immobilien mit besseren Klassen sind derzeit nicht betroffen.

Kann sich eine Immobilie durch die Reform verbessern, ohne renoviert zu werden?

Ja. Besonders bei elektrisch beheizten Immobilien kann sich die Energieklasse allein durch die neue Berechnung verbessern, etwa von E auf D. Dadurch entfällt häufig ein unmittelbarer Sanierungsdruck.

Welche Immobilien profitieren besonders von der Reform?

Vor allem Wohnungen mit reiner Elektroheizung, Gebäude mit Wärmepumpen sowie Immobilien mit elektrischer Warmwasserbereitung profitieren von der Anpassung. Auch kleinere Wohneinheiten können eine bessere Einstufung erhalten.

Was ist ein energetisches Audit und wann ist es erforderlich?

Beim Verkauf von Immobilien mit den Klassen E, F oder G muss zusätzlich zum Energieausweis ein energetisches Audit erstellt werden. Dieses wird von einem zertifizierten Diagnostiker durchgeführt und enthält konkrete Vorschläge zur energetischen Verbesserung. Ab 2034 soll diese Pflicht auch für Klasse D gelten.

Gibt es staatliche Förderungen für Renovierungsmaßnahmen?

Ja. Über das Programm MaPrimeRénov’ können unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse für energetische Sanierungen, etwa für Dämmmaßnahmen oder den Austausch von Heizsystemen, beantragt werden. Dies kann die Investitionskosten erheblich reduzieren.

Ist der Erwerb einer Immobilie in Frankreich durch die Reform attraktiver geworden?

In vielen Fällen ja. Die Reform sorgt für eine realistischere Bewertung elektrisch beheizter Immobilien, reduziert regulatorische Risiken und erhöht die Planungssicherheit für Käufer.


Immobilienkauf in Frankreich: Die Kanzlei Cartade Legal im Handelsblatt

Im Handelsblatt zitiert: Wichtige rechtliche und steuerliche Aspekte beim Immobilienkauf in Frankreich für deutsche Investoren.

Schenkungen von Anteilen an einer französischen Gesellschaft mit beschränkter Haftung: Notarielle Form erforderlich

Die Schenkung von SARL-Anteilen in Frankreich erfordert zwingend eine notarielle Beurkundung. Ein Urteil des höchsten Zivilgerichts bestätigt, dass „don manuel“-Übertragungen…

Schenkungen in Frankreich: Neue elektronische Meldepflicht ab 2026

In Frankreich können Immobilienübertragungen innerhalb der Familie hohe Steuern auslösen. Eine effektive Methode zur Steuerreduzierung ist die Schenkung unter Nießbrauchvorbehalt,…

Steuerersparnis bei der Übertragung von Immobilien in Frankreich: Schenkungen mit Nießbrauchsvorbehalt

In Frankreich können Immobilienübertragungen innerhalb der Familie hohe Steuern auslösen. Eine effektive Methode zur Steuerreduzierung ist die Schenkung unter Nießbrauchvorbehalt,…

Pflichtteil im französischen Erbrecht: Maßgebliche Werte beim Immobilienverkauf nach dem Erbfall

Das französische Erbrecht schützt Erben durch Regelungen wie die „réserve héréditaire“ und die „quotité disponible“. Ein Urteil der Cour de…

Erbschaft in Frankreich: Warum ein Anwalt an Ihrer Seite unverzichtbar ist

Ein Anwalt für Erbrecht in Frankreich bietet individuelle Beratung und Unterstützung bei der Nachlassabwicklung. Während Notare neutral bleiben, vertritt der…

Frankreich begrenzt Bankgebühren bei Erbschaften – eine gute Nachricht für Erben

Mit dem Gesetz Nr. 2025-415 vom 13. Mai 2025 hat Frankreich einen klaren rechtlichen Rahmen für Bankgebühren im Erbfall geschaffen. Ziel…

Neue Steuerbefreiung für Geldschenkungen in Frankreich – attraktive Chancen für Immobilienerwerb und Sanierung

Ab 2025 gilt in Frankreich eine neue, befristete Steuerbefreiung für Geldschenkungen innerhalb der Familie. Ziel ist es, Familien bei der…


Kontakt

Ich freue mich über Ihre Kontaktaufnahme!

← Zurück

Herzlichen Dank für Ihre Nachricht!

Ich melde mich kurzfristig bei Ihnen. Clémence Cartade

Entdecke mehr von Kanzlei für französisches Immobilienrecht und Erbrecht in Berlin und Paris

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen